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Wie wär's mit einer Microsoft-freien Zone?

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OK, ich will langsam zum Ende kommen. Ich reisse also die Hülle der W95-Software, die mit meinem Notebook kam, auf. Erst muss noch dieses blöde Blatt zum Altpapier, das ich nie lese, GRUNDSÄTZLICH NIE. »Shrink-Wrap-License« hieße das, hat mir mal jemand verraten, und ich glaube der sagte mir auch, dass viele Installationsprogramme einen Fehler hätten und an einer Stelle festhängen. Wenn das passiert, sei als Work-Around solange »Page-Down« zu drücken, bis sich nichts mehr am Bildschirminhalt ändert, und mit »F8« oder so könne man dann fortsetzen. Mann bin ich froh, dass es so etwas bei Linux nicht gibt.

Also dann, W95 drauf und wir werden sehen, ob ich jetzt nicht bald T-Online machen kann. Noch 'ne neue Festplatte rein und los geht's. Nicht dass ich vorhabe, die alte Platte doch noch zu reparieren, wieder W3.11 zum Laufen zu kriegen, nein, DER Zug ist abgefahren. Aber vielleicht muß ich noch ein paar Faxe runterziehen, die alte Platte noch mal unter Linux montieren... oder auch unter W95, wenn das besser läuft. Ja, W95 ist bestimmt VIEL besser als W3.11, sicher flutscht das jetzt nur so und gleich sind alle meine Probleme weg, gleich bereue ich es, dass ich nicht 1995 mit den Lemmingen gezogen bin sondern mein W3.11 so lange behalten habe. Eine armseelige Entscheidung war das, ich bin ja selbst Schuld an der ganzen vergeudeten Zeit. Hat mich viel mehr gekostet, als das bisschen Geld auf Bill Gates Konto zu überweisen...

Da bootet der Rechner auch schon von der W95-Floppy und... aber was ist das? Es geht was nicht... aha, meine SCSI-CD-ROM wird nicht gefunden. Klar, dafür mußte ich ja früher unter DOS auch immer erst mal die ASPICD, MSCDX oder was weiß ich noch draufpacken, wenn die Grundinstallation abgeschlossen war. Muss ich das hier etwa auch, kann ich auf W95 etwa nur von DOS aus upgraden? Nein, das kann doch nicht wahr sein, ich habe dieses W95 doch mit meinem bzw. für mein Notebook bekommen, ganz legal, keine Schwarzkopie. Angenommen, mir geht jetzt bei meinem Notebook die Platte kaputt, ich muss das dann doch irgendwie wieder neu installieren können.

Oder ist das mit einer ATAPI-CD einfacher? Oder liegt es am »Plug`n'Play«-BIOS? (Der Büro-PC hat natürlich keins, der ist ja auch schon über 100 — ehhm, ich meine etwa vier Jahre alt!) Ach, was weiß ich schon von dieser seltsamen, fremden Welt! Sollte ich mir vielleicht morgen ein neues Motherboard kaufen? Vielleicht wäre ein Pentium ohnehin besser für W95 geeignet als der alte 486er? Und schrieb' damals als W95 gerade neu herausgekommen war, nicht eine PC-Zeitung in etwa folgendes:

Die Windows 95 Lüge

Offiziell hört man von Microsoft, Windows 95 liefe ab einem Hauptspeicherausbau von 8 MB, also dem, was ein "typischer" PC heute besitzt. Wie unsere Tests ergaben, ist diese Aussage "technisch" zwar korrekt, aber selbst mit doppelt so viel Speicher, also 16 MB, kommt noch keine rechte Freude auf, wenigstens 24 MB sollten es für die meisten Anwendungen schon sein....

Nebenbei bemerkt, für mich liegt der wesentliche Grund für die Entwicklung von W95 ganz klar auf der Hand: NT, das der Microsoft-Kundschaft jetzt als neuestes schmackhaft gemacht werden soll, gab's bekanntlich schon lange vor W95, ließ sich aber schlecht verkaufen, weil es deutlich mehr Hauptspeicher brauchte als W3.11, die Kunden also zwangsläufig ihre Hardware hätten ausbauen müssen. Nun wird also W95 »entwickelt«, mit der klaren Direktive, es muß auf Rechnern mit 8 MB laufen, weil das anno 1995 eine weitverbreitete Austattung war. Das ist übrigens »offiziell« mit dieser Direktive, die gab es wirklich so, und deshalb existiert auch dieser schreckliche Mischmasch von 16- und 32-Bit-Programmen, denn letztere sind halt zwangsläufig größer (weil Adressen im Machinencode entsprechend mehr Platz brauchen) und hätten damit ohne größere Umstrukturierungen in einigen Fällen die 8 MB-Vorgabe gesprengt. Die Leute, die nicht wissen, dass ihr Rechner damit zur Schnecke wird, kaufen nun erstens W95, rüsten dann zweitens gezwungenermaßen Hauptspeicher nach und sind somit drittens schließlich reif für NT.

Alles in allem ein außerordentlich cleverer Schachzug, das mit W95 — anstatt gleich NT und damit die nötige Speicheraufrüstung zu empfehlen, macht man es hintenrum und verdient doppelt. (Daß sich darüber auch viele Software-Hersteller gefreut haben, steht auf einem anderen Blatt. Es gab — und gibt vermutlich immer noch — zahlreiche Programme, die unter Umgehung des Betriebssystems direkt auf die Hardware zugreifen, und die somit unter NT nicht mehr laufen würden. er Umweg über W95 hat solchen Programmen eine zusätzliche »Gnadenfrist« verschafft.) Eine gewisse innere Genugtuung gibt mir dabei, dass zumindest kommerzielle Anwender dieses Spiel wohl durchblickt haben, das heißt zunächst beim alten Windows geblieben und dann direkt auf NT umgestiegen sind, sich den Zwischenschritt W95 gespart haben. Dem Vernehmen blieben ja auch die W95-Verkaufszahlen ein gutes Stück hinter den Erwartungen zurück, und das wiederum lässt auch die derzeitigen NT-Umsätze in einem etwas anderen Licht erscheinen: Wieviel davon ist nur die überfällige Ablösung einer alten Windows-Version, die mittlerweile keinen ausreichenden Support mehr bekommt? Anders gefragt: Würde sich NT auch so gut verkaufen, wenn Microsofts Rechnung hinsichtlich W95 aufgegangen wäre?

Aber zurück zur Story. Noch immer daran interessiert, die neue T-Online-Software zu installieren — wie die Wortwahl zeigt, bin ich schon nicht mehr wirklich heiß darauf, irgendwann steigert eine zu lange Waretzeit eben nicht mehr das Verlangen, irgendwann kippt die Stimmung schließlich — überlege ich, welche Optionen mir im Moment noch bleiben. Die Liste ist eher kurz, denn alles, was ich nicht gleich und sofort machen kann (etwa die Idee mit dem neuen Motherboard) scheidet praktisch aus:

Schon ist wieder eine gute halbe Stunde verstrichen, seit ich die W95-Boot-Floppy in den Rechner gesteckt habe, Zeit, die ich wieder nutzlos darin investiert habe zu gucken, warum es nicht geht, zu entscheiden, ob ich noch etwas dazukaufen sollte... ja, KAUFEN! Als jemand, der selbst davon lebt, unter anderem Software gegen Geld zu erstellen, gehöre ich nicht zu denen, die illegale Kopien anfertigen. Außerdem steht's ja sogar auf der Microsoft-Floppy drauf:

Das Anfertigen illegaler Kopien ist verboten.

Oh, interessant, das hätte ich jetzt echt nicht gedacht. Ist das wirklich »verboten«, eine »illegale Kopie« zu machen, ganz im Ernst und ohne Spaß jetzt? Ich meine, so »verboten« im Sinne von »nicht erlaubt«... hmm, also eigentlich hätte ich schon irre gerne eine illegale Kopie gemacht... aber OK, wenn's verboten ist, dann lass' ich's halt. Ich finde dieser Satz ist doch was für »Feinschmecker«, den muß man sich so richtig auf der Zunge zergehen lassen:

Das Anfertigen illegaler Kopien ist verboten

»und das Gras ist grün.« sollte man vielleicht noch anfügen; das würde der Sache doch noch so einen gewissen »Kick«, so eine etwas... hmm, »rundere Note« geben!

Andererseits war ich ja nie im Begriff, etwas Verbotenes zu tun — W95 ist eh schon wieder gegessen, aber hätte es damit auf dem Büro-PC geklappt, hätte ich's von Notebook gelöscht, gerne gelöscht und meinem Linux den Rest der Festplatte geschenkt. Und NT habe ich ja noch gar nicht installiert auf dem für meinen Kollegen vorgesehenen Rechner. Wenn jetzt mit NT alles klappt, nehme ich es einfach für mich und kaufe für meinen Kollegen noch eins.

Aber Mist, nein, NT nützt mir ja auch wieder nichts, der ISDN-Treiber fehlt, ziemlich sicher jedenfalls fehlt der, denn meine ISDN-Karte ist ja schon in der Midlife-Crisis, wird ja bald fünfundvierzig Jahre alt — MS-PC-Jahre, in Hundejahren wären es gerade mal zehn. Allenfalls ist ein Treiber für NT 3.irgendwas bei der Karte 1.zerquetschte. Soll ich nachsehen? Aber man hört da auch immer wieder so einige Sachen hinsichtlich der »offiziellen« Standards, CAPI oder wie der heißt. Man hört auch, dass einige Leute aus der Gegend um Redmond sich nicht um die guten Sitten scheren — und zu den guten Sitten gehört für mich das Befolgen von Standards, es sei denn, sie sind miserabel schlecht, dann sollte man was besseres erst einmal frei verfügbar machen.

»Du könntest es ja einfach mal probieren« schlägt ein Teil von mir vor, und der andere schreit gequält auf: »Nein, nein. Bitte, bitte nicht das alles nochmal. Du glaubst doch nicht etwa, dass irgend etwas, das Du vor 1½ Jahren gekauft hast, auf Anhieb mit NT 4.0 funktionieren könnte, nur weil naive Leute sich mal auf einen »CAPI-Standard« geeinigt haben? Was kümmert denn ein Standard jemanden, der offensichtlich die Weltherrschaft über alle PCs anstrebt?«

Und dann war es auf einmal wieder da, dieses geile Gefühl, denn erstens waren die PCs privatversichert.... (Oops. Entschuldigung Frau Dr. Marianne, das war jetzt wohl aus ihrer Serie.)

Also ganz plötzlich war es dann da, dieses Gefühl, dass dieser ganze Druck auf einmal weg ist, diese ganzen Probleme von einem abgleiten, sich in wenigen Sekunden auf nahezu Null reduzieren. Ich wurde ganz gelassen und ruhig.

»Martin«, dachte ich, »Martin, wer bist du denn eigentlich, dass du dich da terrorisieren lässt? Dein Büro-PC läuft nicht mehr, aber was soll's, du wolltest den doch eh lieber für Linux verwenden.

Dein Fax?

OK, du warst damals so klug, den OfficeJet zu nehmen, der taugt eine Zeitlang auch als Stand-Alone-Lösung und du kannst dich dann ja mal erkundigen, ob HP das Protokoll spezifiziert, oder dich umsehen, ob vielleicht sogar jemand schon eine Linux-Lösung dafür hat. Oder gleich eine Fax-Software unter Linux nehmen und den OfficeJet nur für den Notfall...

Dein ISDN-Anrufbeantworter?

Na, da gibt's auch diverses unter Linux... und sagte nicht der Hersteller dieser Software damals sogar, er wolle das vielleicht auf Linux portieren? Vielleicht rechnet er dir ja den "Fehlkauf" an. Und überhaupt, dieses Sprachbox-System ist für dich doch reine Spielerei, zur Not tut's auch der gute alte Tiptel, den du vor zwölf Jahren gekauft hast. Der ist zwar nicht digital sondern arbeitet noch altmodisch mit CCs, und eine Sprachmailbox ist er schon mal gar nicht, aber drei Ansagetexte hat er auch und sogar zeitgesteuerte!

Und dein WWW-Zugang, der alles auslöste?

Na, gerade mit der PPP-Umstellung durch T-Online solltest du da ja dann auch mit Linux rankommen! Gut, BTX geht nicht mehr dann, aber was soll's, auf das bisschen Homebanking, das Du machst, kannst Du eigentlich verzichten!«

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