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Wie wär's mit einer Microsoft-freien Zone?

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OK, wo war ich? Ach ja, das alte Notebook. Nach heutigem Standard kann man ja wirklich nix mehr damit machen. Seinerzeit lief Coherent drauf, bevor dann Linux kam und diesen hübschen kleinen Unix-Clone fast über Nacht gestoppt hat. Aber ich mache Linux keinen Vorwurf, ein kostenpflichtiges Produkt im »low-end«-Bereich war einfach chancenlos, nachdem Linux mal auf dem Weg war, zumindest was die 386er betraf, auf die ja auch Coherent zielte. Vielleicht hätte MWC einfach die Flucht nach vorne ergreifen sollen, denke ich mir dann manchmal, das ALTE Coherent revitalisieren, das, welches noch auf den 286ern lief. Ein paar Netzwerktreiber dazu, und dann hätte man damit alte 286er PCs, die man Anfang der 90er immer billiger bekommen konnte, noch für dedizierte Einsätze aufmotzen können... als Router oder Printer-Node in einem Unix-Netzwerk beispielsweise, das hätte vielleicht Sinn gemacht, so für 30 oder 40 Dollar pro Coherent-Kopie.

Auch W3.11 könnte man wohl auf das alte Notebook packen. Aber sehr viel Speicher wäre dann sicher nicht mehr frei, und jetzt wäre das ohnehin kaum noch eine Option für mich, ich kaufe ich kein Produkt mehr, das aus Redmond kommt. (Sorry, wenn es dort noch andere Companies geben sollte, außer dieser bewußten einen. Solange ihr was Ordentliches macht, insbesondere etwas, das auch mit Unix und Linux klarkommt, sollt ihr natürlich nicht betroffen sein.) Aber jetzt nehmen wir mal — nur so in der Theorie — W95. Das gerade mal sechs Jahre alte Notebook hat weder CD-Laufwerk noch PCMCIA-Slot und wahrscheinlich auch nicht genug Platz auf der Festplatte, selbst für die absolute Sparversion nicht. Eine größere Festplatte einbauen und ein CD-ROM für den Parallelport kaufen? Aber dann würde ebensogut Linux draufpassen.

Nein, das macht alles keinen richtigen Sinn.

Und dann war ich neulich im PC-Shop, noch vor dem Desaster, um das es hier hauptsächlich geht, und es lag ein Sonderangebot da, Wordperfect Works für nur 9 Mark, gekostet hatte es ursprünglich mal 99 Mark. Geliefert auf 6 Floppies, also keine Probleme mit der CD. Und die Hardware-Vorausetzungen schienen auch OK, 400 KB Arbeitsspeicher und 4 MB Festplatte.

Was? Stopp. Halt. Nochmal!

Nur 4 MB Festplatte, das kann doch nicht stimmen, bin ich jetzt in dem Alter, dass ich eine Brille brauche? Ja, 4 MB Hauptspeicher, das kommt hin, wenngleich: viel Software gibt's wohl schon nicht mehr, für die das genug ist. Aber nein, es stimmte:

4 MB Festplatte und 400 KB Hauptspeicher!

Was sind denn das für komische Zahlen, 400 KB(?!), das reicht doch noch nicht mal mehr als Pipeline-Burst-Cache um mit 'nem Pentium ordentliche Performance rauszuholen... sagen die Spiel-Kids, wenn sie Papi oder Mami das Geld für den Geburtstags-PC aus der Tasche leiern wollen. Obwohl, andererseits aber auch ganz praktisch, nun gibt's auch für die Zehnjährigen schon das Statussymbol oberhalb der 2000 DM Klasse, da braucht man nicht mehr aufs Mofa oder Moped zu warten. (Öhh, 133 Pentium, was 'ne lahme Gurke... Leute ich mache die meiste Arbeit noch mit 486ern... und über den Pentium-Bug, der seinerzeit so viel Furore machte, habe ich nur milde gelächelt...)

Und was dieses WordPerfect Works (jetzt für 9 Mark!) alles kann: Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Grafik-Editor, kleine Datenbank, Terminal-Emulation... ich wette, von der Funktionalität her würde es vollkommen ausreichen für das, was viele kleine Firmen heute mit 'nem Pentium, 24 MB Hauptspeicher und einer 7200 UPM-Platte mit 2 GB erledigen (obwohl der PC-Berater mittlerweile dringend zu einem Pentium Pro, 64 MB Hauptspeicher und einer mindestens doppelt so großen Platte rät... und die 8fach-CD-ROM sei dann aber auch ein bißchen unterdimensioniert, meinte er kürzlich). Es halt eben alles seinen Preis, etwa diese Wölkchen beim Start und Schrumm-Schrumm-Diddeldum, die keine Toolbars mit 100 Knöpfen, die man ganz individuell konfigurieren kann, also nicht nur inhaltlich sondern auch, ob sie oben, unten, links, rechts am Rand oder diagonal über den Bildschirm liegen sollen...

Was, diagonal geht nicht? Oh, Sorry, da habe ich die heutige PC-Software wohl doch etwas überschätzt, aber ganz bestimmt kommt das in der nächsten oder spätestens der übernächsten Version, das würde doch ungemein die Produktivität steigern, oder? Produktivität, das ist doch Sinn und Zweck, der ganze Hintergrund bei den Tool-Bars! Ich habe ja früher immer gestaunt, dachte, diese Windows-Programme könnten sonst noch was... bis ich merkte, dass man gar keine Toolbars braucht, dass exakt die selbe Funktionalität bereits über die Menüs angeboten wird... und das Wichtigste davon noch Mal über die rechte Maustaste... und ein weiteres Mal über Keyboard-Shortcuts... Na ja, dann ging mein Respekt vor der Leistungsfähigkeit dieser Software selbstredend etwas zurück, das ist eher so wie bei einem Auto, das nicht nur ein Gaspedal hat sondern drei, oder fünf: Eines vor jedem Sitz, damit jeder mal drauftreten kann, und noch eines im Kofferraum für die Leute, die sich zum Fahren am liebsten da hinein legen. Ja, so wird das wohl sein, Wordperfect Works wird ausgeramscht, weil es nur ein Gaspedal hat und mit der heute notwendigen Software-Ergonomie natürlich nicht mithalten kann.

Und, sind wir mal ehrlich, auch diese hochindividuell auf den persönlichen Bedarf konfigurierbare PC-Software ist ja immer noch nicht das sprichwörtliche »Gelbe vom Ei«. Die Software ist ja so schwach, viel zu schwach, die Leute kommen nach wie vor nicht dazu, ihre wirkliche Arbeit zu machen. Oder warum sonst kriege ich beispielsweise in der letzten Zeit immer mehr Briefe, in denen irgend eine Vorlage kopiert, inhaltlich aber nur unvollständig angepaßt wurde? Oder fällt nur mir so etwas in der letzten Zeit verstärkt auf? Ich habe sogar schon eine kleine Sammlung davon angelegt, Werbung, Zeitungsartikel, ein Portogebühren-Faltblatt der Post... wo ich auch hinschaue, Fehler, die ich auf den ersten Blick SEHE, viele davon offensichtlich durch voreiliges Kopieren entstanden; Fehler, die förmlich ins Auge springen.

Hat die wirklich niemand GESEHEN, ich meine, bevor das in den Druck ging?

Dann kann es sich auch niemand mehr ANGESEHEN haben!

Alle sind ja so unglaublich »produktiv« aber ganz offensichtlich hat heute keiner mehr die Zeit, das, was er — oder sie (Sorry, ich vergaß zwischenzeitlich sicher schon mehr als einmal, für eine ausreichende Frauenquote in meinem Text zu sorgen!) — gemacht hat, nochmal selbst anzusehen! Aber klar, da müssen ja noch schnell mal diese ganzen Homepages rausgekotzt werden, wer heute kein Slash-Slash-Dubby-Dubby-Dubby-Dot-Sonstnochwas mehr nennen kann, wenn es um »Kontakt« oder »weitere Infos« geht, der wird ja bald nicht mehr für voll genommen.

»Guckt doch mal wieder in meine Homepage« bettelt da der SWF3-Moderator im Nachtprogramm »der Zähler könnte ruhig mal über die viertausendnochwas gehen«. Ja was denkt sich der denn, was interessieren MICH denn diese Unwesentlichkeiten, die dieser Mensch von sich ins Internet absondert? Nächstens gibt's da wahrscheinlich auch noch Bilder von Reissäcken, die irgendwo in China umgefallen sind. (Nur mal so als Anregung, für Leute, die zu viele Steady-Cams haben...) Aber ist schon OK, ich habe nichts gegen den armen Moderator, ich mag ihn so wie auch den ganzen SWF3 ja eigentlich ganz gerne, besonders nachts ist das für mich als Delta-t-Mensch -- (Weitere Infos zu Delta-t übrigens unter http://www.... ach, vergiss es! Wer noch nichts vom »Verein der Zweitnormalen« gehört hat, aber mehr wissen will, wird's auch anders schon irgendwie finden!) — wichtig, halt nicht so ein Peter-Alexander-Gesülze wie in den anderen, gleichgeschalteten Nachtprogrammen. Gut, ich habe die anderen Sender schon lange nicht mehr gehört, vielleicht nerven da jetzt auch andere rum, Peter Alexander ist ja wirklich schon hundert Jahre her...

Aber klar, das ist natürlich schon Stress, wenn man bedenkt, wo man heutzutage überall präsent sein muss. Toolbars DIAGONAL ÜBER DEN BILDSCHIRM wären da sicher eine GROSSE Hilfe bei der Arbeit, endlich mal wieder eine echte Produktivitätssteigerung... bestimmt wird's die als große Neuerung in der nächsten Windows- oder Office-Release geben, das ist einfach ÜBERFÄLLIG mittlerweile!

[sarcasm-level trimmed down to normal]

Und die nächste Release kommt bestimmt, man muß die Leute ja zum Upgrade kriegen, ein typischer »Home«-PC wird derzeit mit 2 GB Plattenkapazität verkauft... sollen die 4, 8 und 20 GB-Platten, auf die jetzt so langsam die Fertigungsstraßen umgerüstet werden, denn zum Ladenhüter werden? Nein, nein, die nächste Serie von MS-Produkten ist sicher schon in Vorbereitung, zum Glück gibt's ja bald auch neue CD-ROMs, auf die mehr draufpaßt, wahrscheinlich reicht ja eine 650 MB-CD schon gar nicht mehr für Office 97, vielleicht ist dann nicht nur in Excel heimlich ein Adventure-Spiel integriert.

Das muß man sich mal klarmachen, was da vor einiger Zeit im Fernsehen gezeigt wurde. Ich hab's zwar nicht selbst gesehen, weiß es nur aus zweiter Hand, kann mir aber gut vorstellen, dass es stimmt: Man tippt man in Excel in Zeile 95 einmal TAB und landet nach ein paar weiteren, ungewöhnlichen Tastatur-/Maus-Aktionen in einer VR-Simulation, in der sich die Excel-Programmierer verewigt haben, kann per Mausklick von Büro zu Büro marschieren usw.

UND SO EIN SCHROTT BELEGT DANN PLATZ AUF MEINER FESTPLATTE!

Und vermutlich nicht nur ein paar Kilobyte. Und vielleicht ist dieser eine, bekannte Fall, nur die Spitze des Eisbergs. Warum sollten nicht auch die Leute, die Winword weiterentwickeln, ähnliche Gelüste verspüren? Oder die von Access? Vielleicht läuft bei Redmond-Company sogar schon ein haus-interner Wettbewerb nach dem Motto: Wer schafft es, die meisten Spiele in einem Office-Produkt unentdeckbar zu verstecken? Auch sinnvolle, undokumentierte Features zählen, aber nur mit der halben Punktzahl. Und als Sponsoren bzw. Preisgeldstifter beteiligen sich namhafte Festplattenhersteller.

Auf meinem PC haben solche Sachen jetzt keine Chance mehr, MS-Office wird dort bestimmt nicht mehr draufkommen, jetzt schon gar nicht mehr, aber Millionen anderer PCs werden einfach als billige Ablage... tja, hmm, mir fehlen die Worte... »benutzt« ist eigentlich zu nachsichtig... »mißbraucht«?

Ich meine, ich habe ja nichts gegen ein bisschen »Fun« bei der Arbeit (oder auf den Socken), aber so etwas muß dann dokumentiert sein und es sollte eine Installationsoption geben, ob man es mitnehmen will oder nicht. Dann ließe sich darüber reden. Anscheinend ist aber nichts von dem der Fall, es ist mehr, als ob man unverhofft Logier-Besuch bekommt und leichtsinnigerweise sagt »benehmt euch doch einfach ganz wie zuhause«... und am nächsten Tag, wenn man von der Arbeit heimkommt, stehen überall die offenen Koffer, sämtliche Stühle und sonstige Sitzgelegenheiten wurden zu Kleiderständern umfunktioniert und in der Spüle wartet unabgewaschen das Frühstücksgeschirr, während die Herrschaften mal eben »Shopping« oder zum »Sightseeing« sind. Da wünscht man sich dann, man hätte ein Hotel und könnte wenigstens am Ende eine saftige Rechnung hinlegen.

Eigentlich sollte man auch Herrn Gates berechnen, was unnötigerweise die Festplatte dichtmacht, wenn ich seine Produkte installiere. Das sind zwar nur ein paar Mark oder eher Pfennige, ein mikroskopisch kleiner Betrag... aber wenn man das weltweit mit allen seinen installierten Produkten multipliziert. Den offiziell registrierten natürlich nur, ich will ihn ja nicht wirklich arm machen wie gesagt, 70 oder von mir aus 700 Millionen soll er doch ruhig behalten, ich gönn's ihm gerne, wenn er uns nur endlich mit seinem Kram verschont!

Noch ein Beispiel? Bitteschön! Da kriege ich neulich eine E-Mail von einem guten Bekannten, der seit einiger Zeit in Kanada lebt. Ist ja schon toll, das Internet. Früher wohnte er in München aber für diese Art von Kontakten spielt die Entfernung — ob 400 oder 10000 Kilometer — nun praktisch keine Rolle mehr. Bei seinem Brief ist dann noch so ein »Attachment« dabei, aber das Mail-System auf meinem altmodischen ISC-Unix kann das natürlich nicht auspacken. Es kann übrigens auch keine Umlaute und das war mir auch nie wichtig genug, deshalb einen Upgrade zu machen. Irgendwann kommt ja eh' Linux. (Ja, Brauner, das Mailsystem brauchst Du dann auch nicht mehr auf Deinem Buckel zu schleppen.) Also ich bin noch am Rätseln, was er da wohl mitgeschickt hat, gerade weil er in seinem Brief nicht darauf einging. Aber ich mache mir auch nicht die Mühe, das irgendwoanders auszupacken, sondern frage ihn in meiner Antwort danach.

Und was stellt sich heraus? Er wusste gar nichts davon; meinte, das müsse ihm der MS-Mailer einfach untergeschoben haben. Ich halte das gar nicht mal für so unplausibel, denn so ähnlich ist das — wie ich hörte — ja auch bei »Replys«, da wird wohl die beantwortete Original-Mail mitunter einfach hinten an den Text hinten angehängt. Man beachte: Hinten! Da fällt es dann nämlich nicht so auf und wer nicht explizit darauf achtet, wer es nicht weglöscht, vergrößert unnützerweise die Mail. Besonders schön wird das dann, wenn so eine Mail einige Male hin- und hergependelt ist, das Datenvolumen wird dann ganz hübsch aufgebauscht. Natürlich werden solche Dinge nicht groß publik gemacht, und ISPs, die mit ihren Kunden auf Volumenbasis abrechnen, dürften sich eher insgeheim die Hände reiben.

Wie war das eigentlich mit diesem MSN, hatte das auch Volumenpreise? Das würde ja dieses nette "Feature" ganz plausibel erklären... Was, Sie erinnern sich nicht an das MSN? Oder Sie glauben gar, dass sei die Abkürzung für »Multiple Subscriber Number«, also diese Mehrfachrufnummern, die man im ISDN-Netz bekommt? Da haben Sie natürlich recht, aber vor nicht mal drei Jahren, da stand MSN auch für das »Microsoft-Network«, dessen Ankündigung einige »Fachleute« damals sogar schon zum Anlass genommen hatten, »das baldige Ende des Internet« vorauszusagen... bevor das MSN dann sehr schnell und sehr kleinlaut in sein Eckchen zurückkehrte, wo ihm möglicherweise der gute Bill ab und zu sanft über den Kopf streicht und sagt: »Jetzt lach' doch mal wieder, es ist doch gar nicht wichtig, ob Dich die ganze Welt liebt, es reicht doch schon, wenn nur ich Dich mag.«

Sorry, wenn »er«, also Bill Gates meine ich, gar nicht selbst für all diese Dinge verantwortlich ist, sondern das alles eine »Eigendynamik« entwickelt hat — was ich, nüchtern gesehen, übrigens für sehr viel wahrscheinlicher halte. Ein mutiertes »Mem« im Hofstadterschen Sinn sozusagen, eine Idee, die Krebs bekommen hat und jetzt die Menschheit plagt. Allerdings sollte man dann auch, wenn man darüber schreibt, das öfter mal beim Namen nennen, auch den »Erfolg« nicht einem einzelnen Menschen persönlich zuordnen, wenn Mr. Gates und Microsofts Produktlinie inzwischen nicht mehr viel miteinander zu tun haben sollten.

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