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Wie wär's mit einer Microsoft-freien Zone?

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X11 hatte ich mir wiederum wegen meines großen Bildschirms zugelegt oder auch umgekehrt, den Bildschirm wegen X11... auf alle Fälle war es ein Sigma LaserView, zwar nur »black & white«, aber immerhin mit 1600x1200 Punkten. Und sowieso »ist Farbe was für Leute, die am PC spielen wollen«, sagte ich immer, wenn mal wieder jemand meinen 19-Zoll-Monitor bestaunte wegen seiner tollen Auflösung (120 dpi!), »wer ernsthaft arbeitet, dem ist ein scharfes Bild hundertmal lieber«.

Der LaserView spielt übrigens auch eine Rolle in meiner Story, aber nur eine Nebenrolle: er ging leider des Öfteren kaputt: Gleich am Anfang das erste Mal, nach ein paar Monaten, da ging es noch auf Garantie. Dann nach etwa einem Jahr, da musste ich die Reparatur selbst bezahlen, und dann nach etwa drei Jahren. Er war wohl immer schon etwas schwach auf dem Herz — ähm, ich meine dem Netzteil — vielleicht angeboren... vielleicht kriegen die Amis das nicht so in den Griff mit unseren 220 Volt hier in Europa. Ich habe mal gehört, es soll wirklich Leute dort drüben geben, die denken, in Deutschland schlagen einem die Funken aus der Steckdose entgegen, denn das sind ja immerhin fast doppelt so viel Volt hier wie bei denen drüben! Als der LaserView das dritte Mal hin war, hatte ich keine Lust mehr, ein paar Hunderter für die Reparatur zu zahlen, zumal er ausschließlich unter ISC Unix lief, das — als System V.R3 — schon recht betagt und eigentlich reif für seine Ablösung war. Der andere Unix-Rechner hatte schon länger ein System V.R4, nur konnte das eben nicht mit dem LaserView direkt umgehen...

Übrigens ist die Ablösung bis heute nicht erfolgt, ich schreibe dies auf einem simplen ASCII-Terminal, der Konsole meines ISC Unix!

Bei diesen Worten drehte sich der alte Cowboy zur Seite und wischte sich verstohlen die Träne aus dem Augenwinkel. Dann machte die paar Schritte zu dem Baum, an dem er den Braunen angebunden hatte und tätschelte ihn. »Nein, hab' keine Angst, wir haben soviel zusammen durchgemacht, Du wirst bei mir immer dein Gnadenbrot bekommen. Vielleicht brauche ich deine PC-Hardware mal für was anderes, Linux zum Beispiel, wie man hört kann das ja mittlerweile auch mit dem LaserView umgehen, was immer deine Domäne war. Aber wenigstens ein 386er-Motherboard mit 8 MB oder so werde ich für dich immer noch finden. Dann ist das wieder so wie am Anfang, oder sogar noch ein bißchen besser, da hattest du ja noch weniger Speicher. Nein, du wirst nicht geschlachtet, solange dein Herz noch schlägt, ich meine deine Festplatte sich noch dreht, du bleibst bei uns allen hier auf der Farm, ehm der elektronischen PC-Farm, am Ethernet meine ich...

Aber zurück zur Story: Der Laserview war also kaputt und da ich — nein, nicht zum Spielen, als Previewer für farbige Unterlagen :-) — mir ohnehin einen 17-Zöller zugelegt hatte, kam mir ein Sonderangebot für PC-Xware gerade recht. So konnte ich meinem PC mit W3.11 doch eine »wahre Lebensberechtigung« geben, nämlich als X-Terminal für meine Unix-Rechner! Gesagt getan, das heißt PC-Xware zum Sonderpreis gekauft und installiert... dachte ich zumindest, denn die Installation hing anfänglich, oder stürzte ab, oder beides, hing erst und stürzte dann ab, oder stürzte erst ab und hing dann... Geht so was überhaupt, erst abstürzen und dann hängen? Na, DOS/Windows traue ich mittlerweile alles zu, aber ich will nicht vorgreifen! Ich war schon drauf und dran mir wegen der Installationsprobleme Support beim Händler zu holen. Das war aber nicht so einfach, denn der blockte Telefonanfragen ab und wollte da wohl eine größere Sache draus machen, so mit »Customer Service Request ID« und was weiss ich, als ich nochmal drauf kam, meine Programme aus der Autostart-Gruppe vor der PC-Xware-Installation zu stoppen... und siehe da, jetzt ging alles reibungslos über die Bühne.

Allerdings gab es anschließend irgend ein Problem — man möge Nachsicht mit mir haben, ich weiss wirklich nicht mehr genau welches, es gab dann noch so viel mehr Probleme... aber wie ich diese ganze »Ehrenwerte Gesellschaft« heute kenne, würde es mich nicht wundern, wenn es auch ein Speicherengpass war. Also es gab ein Problem, das es erforderlich machte, mich mit der AUTOEXEC.BAT und CONFIG.SYS zu beschäftigen. (Ich verwende für alles, was mit DOS zusammenhängt, also auch diese Dateinamen sehr gerne GROSSSCHREIBUNG, WEIL BEI EINIGEN LEUTEN, DIE DOS-KOMMANDOPROZEDUREN SCHREIBEN, JA MITUNTER AUCH DIE SHIFT-LOCK-TASTE ZU KLEMMEN SCHEINT. ICH FINDE, DAS GIBT DANN DEM INHALT DIESER DATEIEN SO EINE WICHTIGKEIT, SO EINE, WIE SOLL ICH SAGEN, »ARCHAISCHE KRAFT«. ich meine, da kann unix doch gar nicht mithalten, wo man dort alles klein schreibt, die ganzen kommandos und so, vielleicht ist diese bescheidenheit von unix ja der wahre hintergrund, dass es längerfristig ins hintertreffen geriet...?)

Nun muss ich zugeben, dass ich vorhin ein bisschen geschwindelt habe, als ich sagte, ich hätte nie was mit DOS gemacht außer ESDI-Platten formatiert. Es gab beispielsweise mal eine Zeit, in der ich abends nach getaner Arbeit schon mal ein bißchen mit dem Flugsimulator gespielt habe, und aus dieser Zeit waren mir die beiden Dateien geläufig. Die AUTOEXEC.BAT hatte ich ganz gut verstanden, eben so eine »rc«-Datei wie ich sie von Unix kannte; die CONFIG.SYS dagegen behandelte ich mehr wie ein alter keltischer Krieger, der sich beim zuständigen Schamanen gegen ein Säckchen Edelsteine — oder was immer damals als Wertgegenstand und Geldersatz diente — drei Zaubersprüche geholt hatte. Und die betete er nun jeden Abend daher, bevor er sich zu seiner jungen (Zweit- oder Neben-) Frau unter die Decke legt, in der Hoffnung, doch endlich die Kraft zu haben, den lange ersehnten Stammhalter... kurz: Ich wußte so ein paar »Sprüche«, die ich in die CONFIG.SYS zu schreiben hatte, in der Hoffnung, der Rechner werde sich dann gnädig verhalten und mir beim Blick aus dem Cockpit des Flugzeugs wenigstens halbwegs die Illusion einer kontinuierlichen Bewegung geben, so dass ich nicht glauben müßte, mich im Zickzack durch die Lüfte zu bewegen...

Diese Zaubersprüche waren so ungefähr "DOS 3.irgendwas"-Wissen und als ich dann das erste mal in die CONFIG.SYS auf meinem Büro-PC schaute — nein, was hatte sich doch die Welt seit damals geändert! Was da jetzt alles drinstand! Sofort war ich mir 100%ig sicher, das nie geschrieben zu haben, soweit konnte mein Alzheimer einfach noch nicht fortgeschritten sein! Da einige Installationsprogramme freundlicherweise Kommentare hinzugefügt hatten, dämmerte mir schnell, was hier vor sich ging, diese krause Syntax, diese wüsten Zeilen mit Schrägstrichen und irren Optionen und Istgleichzeichen und... Schlagartig verstand ich, warum DOS/Windows gegenüber Unix als so »benutzerfreundlich« gilt: Jedes Stückchen neu installierte Hardware (bei mir waren das wohl SCSI-Controller, Soundkarte und ISDN-Adapter, wenn ich jetzt nichts vergesse) und ebenso jede nicht-triviale Software (bei mir T-Online, OfficeJet, Anrufbeantworter und PC-Xware) kommt ja mit seiner oder ihrer eigenen Installationssoftware daher. Da biegt sich dann wohl jede das System so zurechet, wie es gerade nötig erscheint.

Gut am Ende gibt's meist eine Frage, ob man die CONFIG.SYS und AUTOEXEC.BAT vielleicht lieber per Hand...? Nein, wirklich nicht...? ...und wer tut sich das denn schon an? Ich meine, wenn selbst ich als EDV-Fachmann — und ich scheine nicht der einzige zu sein: P.J. Plauger schrieb im C/C++ Users Journal 2/96 ganz ähnliches — wenn also schon ein Fachmann oder eine Fachfrau froh sein werden, sich nicht mit diesem Zeugs befassen, insbesondere sich nicht um alle verrückten Optionen eines »Speicher-Managers« kümmern zu müssen, um wieviel mehr wird es dann Otto-Normalverbraucher dem »Setup«-Programm danken, wenn es all das erledigt?

Überhaupt: Kann ein geistig halbwegs gesunder Mensch sich so etwas ausdenken wie die Speicherverwaltung eines PC? Ich meine damit diesen Speichermanager, diesen EMMdingsbums da oder wie das Teil heißt. Vor Jahren, als Iran und Irak noch miteinander im Krieg standen, schrieb die Titanic mal, es gehöre eigentlich verboten, dass zwei Staaten, deren Namen sich in nur einem einzigen Buchstaben unterscheiden, überhaupt miteinander Krieg führen dürfen — der normale Sterbliche würde das doch nicht auseinanderhalten können, früher oder später einfach nicht mehr durchblicken.

Und so frage ich hier: Wer kann denen allen Ernstes die beiden Begriffe »Expanded Memory« und »Extended Memory« auseinanderhalten? Gut, die unterscheiden sich jetzt in zwei und nicht in einem Buchstaben, aber dafür sind sie auch exakt doppelt so lang wie »Iran« und »Irak«, da kommt's doch wieder auf's selbe raus, oder nicht? Und die beiden auseinanderzuhalten ist ja nur die halbe Miete, man muss ja auch noch verstehen, was sich dahinter verbirgt. Nein, nein, NEIN, NEIN! ich will das jetzt nicht erklärt haben, auch nicht noch so brilliant! (Wer bis bis zum Ende liest, wird verstehen, warum.)

»Na gut«, dachte ich mir, »dass da irgendwelche Installationsprogramme an irgendwelchen Dateien rumfummeln, damit mußt Du Dich halt abfinden« und bisher hatte es ja auch immer schön funktioniert. Nur jetzt tat's das nicht mehr. An sich eigentlich nicht weiter verwunderlich: Jedes einzelne Programm für sich genommen mag ja durchaus seine Wunschumgebung hinbekommen, aber alle zusammen... »uhm-uhm« höre ich Dustin Hoffman in seiner Rolle als Rainman kopfschüttelnd ausrufen, »das läuft hier nicht«.

Das, was bei mir nicht lief, mein »Rainman« sozusagen war natürlich der PC, nachdem alle Hardware drin und die Software, die ich wollte, drauf war. Ich zähle es der Vollständigkeit halber nochmal auf, nur dass es keine Missverständnisse gibt:

Hardware:

  • SCSI-Controller
  • Soundkarte
  • ISDN-Adapter
  • Software:

  • T-Online
  • Anrufbeantworter
  • HP-OfficeJet
  • PC-Xware
  • War das schon zu viel verlangt, habe ich dem »Armen Kleinen« vielleicht überfordert? Ein 486er, 66 Mhz, 16 MB Hauptspeicher, 1 GB Festplatte, und auch alles »Markenware«, also Adaptec, Creative, Teles, HP... Aber stopp, halt, da sehe ich gerade, dass ich noch etwas vergessen habe, offensichtlich komme ich jetzt langsam in das Alter, wo das Gedächtnis nachläßt, wo man sich besser alles aufschreibt. Die Netzwerkkarte — »Markenware« war das Stichwort!

    Bis zu jenem denkwürdigen Tag, an dem ich PC-Xware installieren wollte, steckte in diesem PC nämlich eine »No-Name«-Netzwerkkarte und für Linux war die offensichtlich gut genug, die Verbindung zu meinen anderen Unix-Systemen hatte nach der Linux-Installation jedenfalls auf Anhieb funktioniert. Ein sehr erfreuliches Erlebnis, wie ich damals fand, Linux installieren und gleich ein rlogin in die gewohnte Umgebung... nicht schlecht! Nun gut, mein W3.11 ist ja heute wirklich nicht mehr »hochaktuell«, WfW oder W95 mögen ja ähnliche »Erfolgserlebnisse« bereithalten, aber den Ruf des »ach so benutzerfreundlichen Betriebssystems« hat sich Microsoft ja eher mit dem »alten« Windows erworben, oder sehe ich das falsch?

    Dass mein Windows-PC spätestens bei der PC-XWare-Installation dem Kleinkindstadium entwachsen war, merkte ich dann auch umgehend, denn ganz wie mit Kindern, wenn sie langsam in das Alter kommen, dass ihnen die billige Jeans aus der Kaufhalle nicht mehr gut genug ist und es eine Original Levi's sein muß — ist »Levi's« überhaupt noch aktuell oder war das eher in meiner Jugend? Muß es heute »Diesel« sein oder ist auch das schon wieder out? Egal! — bestand das Kerlchen jetzt also darauf, eine Original 3COM-Karte zu kriegen. Gut, vermutlich wäre auch ein anderes »Original« gegangen, also was von WD oder SMC oder so, Tatsache war aber, dass PC-Xware mit meiner »Kaufhallen«-Karte nicht einverstanden war und ich schließlich nach Kompatibilitätsliste und Verfügbarkeit im örtlichen PC-Shop schnell mal »Markenware« besorgen durfte.

    Allerdings: Ganz so schnell fiel diese Entscheidung natürlich nicht, erst musste sich bei mir ein gewisser Leidensdruck aufbauen. Und jetzt dämmert mir auch langsam wieder, warum ich angefangen hatte, in der CONFIG.SYS und AUTOEXEC.BAT herumzugraben: Ich wollte herausfinden, was zu tun ist, um die verwendete Karte zum Laufen zu kriegen, die Karte die mit Linux einwandfrei funktionierte, mit PC-Xware aber nicht.

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